|
"Man kann nicht von einer besseren Welt singen und die Realität unverändert lassen..."
Frage: Mit der Eröffnung des Kinderferienhauses auf der Finca C’an Llompart ist nach der Fertigstellung des Stiftungshauses in Pollenca im vergangenen Jahr nun die zweite Stufe in der Arbeit der Peter Maffay Stiftung abgeschlossen. Welche Perspektiven sind damit verbunden?
» Zum Beispiel die Vernetzung mit anderen Organisationen, die auf diesem Gebiet bereits Erfahrungen haben und erfolgreich tätig sind. Wir streben einen fachlichen Austausch von Therapeuten, Ärzten und Wissenschaftlern unterschiedlicher Fachgebiete und Institutionen an. Das Ziel ist es, eine Begegnungsmöglichkeit zu schaffen für Menschen aus völlig unterschiedlichen fachlichen aber auch gesellschaftlichen Bereichen; beispielsweise Medizin, Kunst, Wirtschaft oder Wissenschaft. Dabei sollen die synergetischen Kräfte gebündelt und im Sinne der Kinder eingesetzt werden.
Frage: Um die Gestalt von Tabaluga hat sich inzwischen eine eigene kleine Welt gebildet, voller Musik und Geschichten, aber auch mit konkreten, positiven Auswirkungen für Kinder
» Ich denke, in diesen Zusammenhang gehört die Gründung der Peter Maffay Stiftung auf Mallorca. Zu ihren Zielen gehört es unter anderem, traumatisierten Kindern eine alternative Therapiemöglichkeit zu ermöglichen, etwa auf unserer Finca auf Mallorca, wo die kleinen Schützlinge sich in der Landwirtschaft einbringen können. Der Umgang mit Tieren und der Aufenthalt in der Natur wirkt stabilisierend auf die Psyche der Kinder. Allmählich gewinnen sie ihr Selbstvertrauen zurück.
Frage: Müssen die Gäste auf der Finca arbeiten?
» (lacht) Nein. Sie können an der Arbeit auf der Finca teil haben, wenn sie das wollen. Wir möchten den Kindern Impulse geben, die sie sonst nicht sammeln können. Wenn sie Indivien sind, ist es sinnvoll, dass sie etwas über die Sprache, über die Küche und die Kultur lernen. Es ist schön, den großen Zeh ins Mittelmeer zu halten, aber auch schön, sich ‘ne Rübe aus der Erde zu ziehen.
Frage: In welchem Zusammenhang stehen die Stiftungsarbeit und die Erzählungen um Tabaluga auf den inzwischen vier Konzeptalben?
» Die Tabaluga-Arbeit hat mich selbst tief beeinflusst. Man kann nicht von einer besseren Welt singen und die Realität, die für Kinder oft schmerzlich ist, unverändert lassen. Es hat sich gezeigt, dass sich das Thema „Tabaluga“ bei Kindern und solchen, die es geblieben sind, mehr und mehr verankert hat. Konkret: die Inhalte werden etwa an Schulen im Unterricht und in Kindergärten behandelt. Das heißt, die gesellschaftliche Relevanz der Inhalte wird von unterschiedlichen Standpunkten betrachtet. Themen wie Ökologie, Koexistenz, Toleranz und Respekt im Umgang mit Anderen und der Natur finden dabei starken Niederschlag. Dies alles hat uns dazu bewegt, zusammen mit Freunden in die Stiftungsarbeit einzusteigen und den Kindern auf diesem Weg in praktischer Form die oben genannten Inhalte noch näher zu bringen. Innerhalb der Stiftungsarbeit geht es uns darum, die Mittel, die wir zur Verfügung haben, vorsichtig einzusetzen, um höchstmögliche Effizienz zu erzielen und dabei jede marktschreierische Attitüde zu vermeiden.
Frage: Hat der mediterrane Standort auf Mallorca Einfluss auf die Stiftungsarbeit?
» Die Lebensart ist anders. Von unseren mallorquinischen Freunden zum Beispiel können die Kinder viel lernen. Da herrscht ein ganz anderer Zusammenhalt innerhalb der Familien als bei uns. Es gibt keine nutzlosen Menschen. Jeder aus der Familie weiß etwas oder kann etwas, das die anderen nicht wissen oder können. Oder hat ein Talent. Und so helfen sie sich gegenseitig, jeder lernt vom anderen.
Frage: Was wird in Zukunft wichtiger sein, die Musik oder die Stiftung?
» Die Stiftung. Natürlich werde ich weiterhin Musik machen. Ob auch noch in zehn Jahren, weiß ich nicht…
|